Seite verlassen

Metadaten

Überblick

Fotos, Videos und jede Art von elektronisch verschickten Nachrichten verraten oftmals mehr, als auf den ersten Blick zu sehen ist. Metadaten können unbemerkt Informationen preisgeben, die missbraucht werden können. Dies kann in Situationen von (Ex-)Partnerschaftsgewalt ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Was sind Metadaten?

Grundsätzlich können beim Thema Datenschutz zwei Arten von Daten unterschieden werden.

Das sind zum einen Inhaltsdaten wie der Text in einer Nachricht, E-Mail-Anhänge oder das, was auf Fotos und Videos zu sehen oder in Audioaufnahmen zu hören ist. Dazu zählen auch sichtbare Hinweise in Bildern (Hintergrund, Gebäude, Kleidung etc.).

Zum anderen gibt es aber auch Metadaten. Das sind technische Zusatzinformationen, die mit einer Datei gespeichert werden:

  • bei E-Mails: Absender, Empfängerin, Betreff, Datum oder Uhrzeit
  • bei Fotos und Videos: Zeitpunkt der Aufnahme, Standortdaten oder Geräteinformationen
  • bei Posts in sozialen Medien: Ort, Datum und Uhrzeit

Was ist die Funktion von Metadaten?

Metadaten können unsere technischen Endgeräte wie Smartphones, Tablets oder Computer dabei unterstützen, den Überblick zu behalten. Das ist nützlich, um Dateien zu sortieren, zu ordnen, zu suchen und zu finden.

Mithilfe von Metadaten:

  • können E-Mails im E-Mail-Postfach nach Datum, Empfänger*in oder Absender*in sortiert werden.
  • kann die eigene Fotosammlung auf dem Computer nach Datum sortiert werden.
  • kann die private Buchhaltung auf dem Computer (Rechnungen, Versicherungsunterlagen, Arbeitsnachweise etc.) nach Monaten, Jahren und Dokumentennamen geordnet und strukturiert werden.

Auch Instagram und Facebook nutzen Metadaten wie Datum und Uhrzeit, um den privaten Feed chronologisch zu sortieren. Google ermöglicht es, mit „Google Fotos“ eigene Fotos mit Standortdaten automatisch auf einer interaktiven Weltkarte anzuzeigen.

Metadaten sind in einer digitalisierten Welt sehr praktisch. Zusätzlich können sie auch die Gewinne von Konzernen steigern. Daher ist meist voreingestellt, dass sie automatisch gespeichert werden.

Wie werden Metadaten im Kontext von (Ex-)Partnerschaftsgewalt missbraucht?

Haben Betroffene Kinder, ist es wichtig, auch deren Geräte zu berücksichtigen und entsprechend abzusichern.

Metadaten können

  • Aufenthaltsorte verraten und
  • Lebensgewohnheiten nachvollziehbar machen.

Dabei wird zwischen verschiedenen Anwendungsfeldern unterschieden.

Beispiele für Metadaten in Dateien

Standortdaten:

Fotos und Dokumente können GPS-Koordinaten enthalten. Dadurch kann herausgefunden werden, wo sich eine Person aufhält oder aufgehalten hat.

Zeitangaben:

Metadaten zeigen oft, wann eine Datei erstellt wurde, also zum Beispiel, wann ein Foto aufgenommen wurde. Das kann Bewegungs- oder Tagesabläufe sichtbar machen.

Geräteinformationen:

In Metadaten kann eingesehen werden, welches Gerät benutzt wurde. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf eine Person und ihren Besitz ziehen.

Standardmäßig werden beim Versand von Bildern oder Dateien in Nachrichten-Apps oder E-Mail-Programmen automatisch auch Metadaten verschickt. Dasselbe gilt für den Dateien-Upload in Clouds oder in den sozialen Medien. Gefährder können diese Informationen nutzen, um jemanden zu überwachen, zu kontrollieren oder aufzuspüren.

Beispiele für Metadaten in sozialen Medien:

Standortdaten:

Wenn die Standortfreigabe in der App aktiviert ist, wird dieser ggf. beim Hochladen eines Fotos im Feed angezeigt und verrät so den Aufenthaltsort.

Zeitangaben:

Tag und Uhrzeit werden beim Posten automatisch angezeigt und können Tagesabläufe sichtbar machen.

Metadaten können in einigen Fällen entfernt werden. Außerdem gehen manche Apps sparsamer mit Metadaten um, als andere.


Dieser Beitrag wurde verfasst von Ave Maria Fischer.

ist ein Speicherplatz auf einem von vielen Servern irgendwo auf der Welt. Die Daten werden über das Internet übertragen und in einer Cloud gespeichert. Sie können jederzeit wieder über das Internet abgerufen werden.

ist eine Technologie, die mithilfe von Satelliten Geräte mit GPS-Empfang – wie zum Beispiel Smartphones oder Tablets – orten kann.

ist ein Programm, das auf mobilen Geräten, wie Smartphones und Tablets, verwendet werden kann. Es gibt Apps für alle möglichen Zwecke: vom Versenden von Nachrichten über soziale Medien bis zum Onlinebanking.  App ist die Kurzform des englischen Wortes „application“ (Anwendung).